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  • Data Act: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

    08.09.2025

    Der EU Data Act revolutioniert den Umgang mit Daten

    Der Data Act der Europäischen Union stellt eine der bedeutendsten Änderungen im europäischen Datenrecht dar und betrifft nahezu jedes Unternehmen, das mit vernetzten Produkten oder digitalen Diensten arbeitet.

    Du findest den Data Act unter eur-lex.europa.eu.

    Was ist der Data Act und was regelt er?

    Der Data Act ist eine EU-Verordnung, die den fairen Zugang zu und die Nutzung von Daten in der gesamten Europäischen Union regelt. Die Verordnung schafft einen rechtlichen Rahmen, der es Nutzern ermöglicht, auf die von ihren vernetzten Produkten und Diensten generierten Daten zuzugreifen und diese zu nutzen.

    Der Data Act zielt darauf ab, das Ungleichgewicht bei der Datennutzung zwischen großen Technologieunternehmen und Verbrauchern sowie kleineren Unternehmen zu beseitigen. Er stärkt die Rechte der Nutzer und schafft neue Möglichkeiten für Innovation und Wettbewerb in der digitalen Wirtschaft.

    Ab wann gilt der Data Act? Wichtige Fristen für dein Unternehmen

    Der Data Act tritt stufenweise in Kraft. Die Verordnung ist bereits am 11. Januar 2024 in Kraft getreten, jedoch gelten verschiedene Übergangsfristen:

    • Für neue Produkte: Ab dem 12. September 2025 müssen alle neuen vernetzten Produkte die Anforderungen des Data Act erfüllen
    • Für bestehende Produkte: Unternehmen haben bis zum 12. September 2027 Zeit, um ihre bereits auf dem Markt befindlichen Produkte anzupassen

    Diese Fristen solltest du unbedingt in deiner Compliance-Planung berücksichtigen.

    Vernetzte Produkte und verbundene Dienste: Definition und Beispiele

    Der Data Act unterscheidet zwischen „vernetzten Produkten“ und „verbundenen Diensten“. Vernetzte Produkte sind physische Gegenstände, die Daten sammeln können und über eine elektronische Kommunikationsverbindung verfügen. Dazu gehören beispielsweise:

    • Smart-Home-Geräte wie intelligente Thermostate oder Sicherheitskameras
    • Fitness-Tracker und Smartwatches
    • Vernetzte Fahrzeuge und deren Bordsysteme
    • Industrielle IoT-Geräte und Sensoren

    Verbundene Dienste sind digitale Services, die in Verbindung mit diesen Produkten stehen, wie mobile Apps zur Gerätesteuerung oder Cloud-basierte Analyseplattformen.

    Welche Daten müssen Unternehmen nach dem Data Act bereitstellen?

    Der Data Act verpflichtet Unternehmen zur Bereitstellung verschiedener Datenkategorien. Diese umfassen alle Daten, die durch die Nutzung vernetzter Produkte oder verbundener Dienste generiert werden.

    Produktdaten und ihre Bedeutung

    Produktdaten umfassen alle Informationen, die direkt durch die Nutzung eines vernetzten Produkts entstehen. Bei einem Smart-Thermostat wären das beispielsweise Temperaturmessungen, Heizzyklen oder Energieverbrauchsdaten. Diese Daten müssen dem Nutzer in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zur Verfügung gestellt werden.

    Dienstdaten richtig verstehen

    Dienstdaten entstehen durch die Nutzung verbundener Dienste und können Nutzungsstatistiken, Präferenzen oder Interaktionsmuster umfassen. Ein praktisches Beispiel wären die Nutzungsdaten einer Fitness-App, die mit einem Wearable-Gerät verbunden ist.

    Software und Apps im Data Act

    Auch Software-Updates, App-Funktionalitäten und deren Nutzung fallen unter den Anwendungsbereich des Data Act. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Nutzer Zugang zu den durch ihre Software generierten Daten erhalten.

    Datenweitergabe verweigern: Wann ist das erlaubt?

    Grundsätzlich dürfen Unternehmen die Datenweitergabe nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern. Der Data Act sieht vor, dass eine Verweigerung nur bei berechtigten Sicherheitsbedenken zulässig ist.

    Berechtigte Sicherheitsbedenken liegen vor, wenn die Datenweitergabe die Sicherheit des Produkts, des Dienstes oder der Nutzer gefährden würde. Dazu gehören beispielsweise Situationen, in denen sensible Sicherheitsinformationen preisgegeben werden könnten oder die Weitergabe zu Cybersicherheitsrisiken führen würde.

    Dürfen Nutzer ihre Daten an Dritte weitergeben?

    Ein wichtiger Aspekt des Data Act ist die Portabilität der Daten. Nutzer haben das Recht, ihre Daten an Dritte weiterzugeben, einschließlich Konkurrenten des ursprünglichen Anbieters. Dies soll den Wettbewerb fördern und Innovation vorantreiben.

    Du als Unternehmen musst technische und organisatorische Maßnahmen implementieren, die es Nutzern ermöglichen, ihre Daten einfach und sicher an Dritte zu übertragen. Dabei müssen angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um Missbrauch zu verhindern.

    Welche Pflichten haben Händler und Online-Shop-Betreiber?

    Als Händler oder Online-Shop-Betreiber triffst du verschiedene Verpflichtungen nach dem Data Act. Diese hängen davon ab, ob du als Hersteller, Importeur oder Händler von vernetzten Produkten fungierst.

    Informationspflichten für Händler

    Du musst deine Kunden klar und verständlich über ihre Datenrechte informieren. Dazu gehört die Aufklärung darüber, welche Daten gesammelt werden, wie sie genutzt werden und wie Kunden auf ihre Daten zugreifen können.

    Technische Umsetzung der Datenportabilität

    Online-Shop-Betreiber müssen sicherstellen, dass die von ihnen verkauften vernetzten Produkte die technischen Anforderungen für Datenportabilität erfüllen. Das bedeutet, dass entsprechende APIs oder andere technische Schnittstellen implementiert werden müssen.

    Pflichten nach dem Data Act im Überblick

    Die wichtigsten Verpflichtungen für Unternehmen nach dem Data Act lassen sich wie folgt zusammenfassen:

    Bereitstellungspflicht: Du musst Nutzern kostenlos Zugang zu ihren Daten gewähren und diese in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zur Verfügung stellen.

    Informationspflicht: Klare und transparente Information der Nutzer über Datensammlung, -verarbeitung und -rechte ist obligatorisch.

    Technische Implementierung: Die notwendigen technischen Systeme zur Datenportabilität müssen bis zu den genannten Fristen umgesetzt werden.

    Sicherheitspflicht: Angemessene Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der übertragenen Daten müssen implementiert werden.

    Dokumentationspflicht: Die Compliance mit dem Data Act muss nachweisbar dokumentiert werden.

    Data Act Compliance: Lass dich professionell beraten

    Die Umsetzung des Data Act kann komplex sein und erfordert sowohl rechtliches als auch technisches Know-how. Falls du dir unsicher bist, wie du die Anforderungen in deinem Unternehmen umsetzen sollst, stehen wir dir als erfahrene Rechtsberater gerne zur Seite.

    Wir helfen dir dabei, eine maßgeschneiderte Compliance-Strategie zu entwickeln, die rechtlichen Anforderungen zu verstehen und die notwendigen technischen und organisatorischen Maßnahmen zu implementieren. Kontaktiere uns für eine individuelle Beratung – gemeinsam sorgen wir dafür, dass dein Unternehmen optimal auf den Data Act vorbereitet ist.

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  • Barrierefreiheit nach BFSG: Ist Deine Webseite rechtssicher?

    18.08.2025

    Seit dem 28. Juni 2025 hat sich die digitale Landschaft in Deutschland grundlegend verändert. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist in Kraft getreten und verpflichtet Unternehmen dazu, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Was für viele zunächst wie eine weitere bürokratische Hürde erscheint, ist in Wahrheit eine der weitreichendsten Veränderungen im deutschen Digitalrecht der letzten Jahre. BFSG findest Du hier: https://bfsg-gesetz.de/11-bfsg/

    Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Erste Abmahnungen sind verschickt, Marktüberwachungsbehörden haben ihre Kontrollen intensiviert, und Verbraucherschutzverbände bereiten sich auf eine neue Klagewelle vor. Unternehmen, die ihre Webseiten noch nicht entsprechend angepasst haben, bewegen sich auf rechtlich dünnem Eis.

    Legal Living Hub hat die wichtigsten Punkte des BFSG für Dich geprüft und hier zusammengefasst. Wenn Du Dir nicht sicher bist und rechtliche Unterstützung bei der Umsetzung brauchst, wende dich an uns.

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    Betrifft das auch Dein Unternehmen?

    Die Reichweite des BFSG ist beeindruckend und erfasst weit mehr Unternehmen, als viele zunächst vermuteten. Wenn Du einen Online-Shop betreibst, Bankdienstleistungen anbietest, E-Books verkaufst oder auch nur eine Unternehmenswebseite mit Buchungsfunktionen hast, bist Du und Dein Unternehmen höchstwahrscheinlich betroffen. Auch Personenbeförderungsunternehmen mit Online-Buchungssystemen, Telekommunikationsanbieter und viele weitere Branchen müssen ihre digitalen Angebote überarbeiten.

    Besonders interessant: Das Gesetz macht keinen Unterschied zwischen großen Konzernen und kleineren Unternehmen. Auch der lokale Handwerksbetrieb mit Online-Terminbuchung oder das mittelständische Unternehmen mit E-Commerce-Funktionen unterliegen den neuen Bestimmungen. Eine Bagatellgrenze existiert nicht.

    Wer genau muss handeln? – das beantwortet §1 Abs. 2 BFSG. Im Grunde sind es alle Unternehmen, die:
    – ihre Produkte oder Dienstleistungen online oder digital an EU-Verbraucher anbieten
    – und deren Angebote unter die betroffenen Kategorien fallen (aufgelistet im BFSG)
    – ab dem 28. Juni 2025 in der EU geschäftlich tätig sind

    Was bedeutet Barrierefreiheit konkret für deine Webseite?

    Barrierefreiheit geht weit über das hinaus, was viele Unternehmen bisher darunter verstanden haben. Es reicht nicht mehr aus, einfach etwas größere Schriftarten zu verwenden oder ein paar Alternativtexte bei Bildern zu ergänzen. Das BFSG verlangt eine umfassende Überarbeitung der Art, wie wir digitale Inhalte konzipieren und programmieren.

    Deine Webseite muss vollständig mit der Tastatur bedienbar sein. Das bedeutet, dass ein Nutzer, der keine Maus verwenden kann, jeden Button erreichen, jedes Formular ausfüllen und jede Funktion nutzen können muss. Screenreader müssen alle Inhalte sinnvoll erfassen und wiedergeben können. Kontraste müssen den strengen WCAG-Richtlinien entsprechen, und die gesamte Seitenstruktur muss logisch und verständlich aufgebaut sein.

    Diese Anforderungen betreffen nicht nur die Oberflächengestaltung, sondern erfordern oft tiefgreifende technische Anpassungen im Code. Moderne Webseiten mit komplexen JavaScript-Anwendungen, dynamischen Inhalten oder interaktiven Elementen stellen dabei besondere Herausforderungen dar.

    Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen

    Die wesentlichen und detaillierten BARRIEREFREIHEITSANFORDERUNGEN FÜR PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN findest du im Anhang I der Richtlinie 2019/882. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), auf denen das deutsche Recht basiert, umfassen Hunderte weitere Kriterien, deren korrekte Interpretation und Umsetzung spezielles Fachwissen erfordert.

    Hinzu kommt, dass sich die Anforderungen je nach Art der Webseite und den angebotenen Dienstleistungen unterscheiden. Ein Online-Shop hat andere Herausforderungen als eine Banking-Plattform oder eine Buchungswebseite für Reisedienstleistungen. Diese Nuancen zu verstehen und entsprechende Lösungen zu entwickeln, ist eine Aufgabe für Spezialisten.

    Wenn du festgestellt hast, dass diese Anforderungen dein Unternehmen betreffen, wende dich gerne an uns – wir haben eine Checkliste für die Erfüllung dieser Anforderungen vorbereitet, die wir gern angepasst an Dein Produkt/ Deine Dienstleistung Dir gerne zur Verfügung stellen. Frag dies über unser Kontaktformular an.

    Unser Ansatz: Rechtssicherheit durch systematische Prüfung

    In unserem Team haben wir uns darauf spezialisiert, Unternehmen durch den komplexen Prozess der BFSG-Compliance zu führen. Wir beginnen mit einer umfassenden Analyse deiner bestehenden Webseite, die weit über automatisierte Tests hinausgeht. Mit unserer Expertise prüfen wir jeden Aspekt deiner digitalen Präsenz mit denselben Hilfstechnologien, die auch deine Nutzer verwenden.

    Dabei identifizieren wir nicht nur Probleme, sondern entwickeln konkrete, praxistaugliche Lösungsansätze. Wir verstehen, dass jedes Unternehmen individuelle Anforderungen und Budgetbeschränkungen hat. Deshalb erstellen wir für jeden Kunden einen maßgeschneiderten Compliance-Plan, der rechtliche Sicherheit mit wirtschaftlicher Vernunft verbindet.

    Unsere Prüfung umfasst alle relevanten Aspekte des BFSG: von der technischen Umsetzung über die inhaltliche Gestaltung bis hin zur ordnungsgemäßen Dokumentation und den erforderlichen Erklärungen zur Barrierefreiheit. Wir sorgen dafür, dass du nicht nur den Buchstaben des Gesetzes erfüllst, sondern auch vor zukünftigen rechtlichen Herausforderungen geschützt bist.

    Warum du jetzt handeln solltest

    Die Zeiten, in denen Barrierefreiheit als „nice to have“ betrachtet werden konnte, sind definitiv vorbei. Das BFSG ist geltendes Recht, und die Durchsetzung hat bereits begonnen. Unternehmen, die jetzt noch zögern, riskieren nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern verpassen auch die Chance, sich als verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Organisation zu positionieren.

    Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass deine Webseite nicht nur den aktuellen rechtlichen Anforderungen entspricht, sondern auch zukunftssicher aufgestellt ist. Kontaktiere uns für eine erste Einschätzung deiner Situation. Wir zeigen dir, wo deine Webseite steht, welche Risiken bestehen und wie du diese schnell und effizient beseitigen kannst.

© 2025 Olga Weidenkeller | Legal Living Hub

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